Beteiligung

Die weitere Arbeit der Arbeitsgruppe „Kirche im Wandel“ ist darauf angewiesen, dass verschiedene Perspektiven aus städtischen und ländlichen Regionen, von den unterschiedlichen Ebenen, aus der Vielfalt der Kirchgemeinden, den Werken, diakonischen und bildenden Einrichtungen und neuen Initiativen in unserer Landeskirche in die Überlegungen einfließen. Wir gehen davon aus, dass angesichts der Komplexität der Herausforderungen die Einbeziehung einer gewissen Breite an Wahrnehmungen entscheidend für ein angemessene Umsetzung des Auftrages der Arbeitsgruppe ist.

In den kommenden Monaten wird die Arbeitsgruppe daher auf unterschiedliche Gruppen und Gremien innerhalb der Landeskirche zugehen, um erste Rückmeldungen und Erfahrungen zu sammeln. Im Sommer diesen Jahres werden zwei Resonanztreffen stattfinden, die entsprechende Gesprächs- und Beteiligungsmöglichkeiten bieten werden. Wir sind darüber hinaus dankbar, wenn uns Rückmeldungen zu den hier vorgestellten Überlegungen erreichen. Dafür steht die E-Mail-Adresse agkircheimwandel@evlks.de zur Verfügung. Die eingehenden Rückmeldungen werden auf der Internetpräsenz der Landeskirche öffentlich sichtbar dokumentiert.

Es ist uns dabei wichtig, dass die vorgelegten Überlegungen im Zusammenhang mit den sich deutlich verknappenden Ressourcen betrachtet werden. Nur wenn die Gestaltung kirchlichen Lebens und schwindende Ressourcen zusammen gesehen werden, können verantwortungsvolle und tragfähige Lösungen für eine Kirche im Wandel gefunden werden.

Auf der Basis des Ende 2025 vorliegenden Abschlussberichts werden dann begleitet von geeigneten weiteren Formaten der Beteiligung Ergebnisse durch die Kirchenleitung beraten und Beschlüsse gefasst.

Wie kann ich mich beteiligen?

Rückmeldungen zum Zwischenbericht „Kirche im Wandel“

Rückmeldungen per E-Mail

Rückmeldungen über die Website

19 Kommentare zu “Beteiligung”

  1. Andreas Virginas, Pfarrer, Beiersdorf schrieb am 02.05.2025 um 07:40 Uhr:
    Wie umgehen mit der paradoxen Situation, dass unsere Kirche Mitarbeiter braucht, sie aber nicht bezahlen kann? Vorschläge aus persönlicher Pfarrersicht: -Gehälter senken - im Gegenzug Kosten für die Betroffenen mindern, z.B. dadurch, dass Wohnen im Pfarrhaus freiwillig und mietfrei wird; vielleicht dadurch, dass Krankenkassenbeiträge niederiger ausfallen - Rahmen für Zweitberuf schaffen, z.B. dass Pfarrer auch als "richtige" Lehrer arbeiten und der Pfarrdienst nebenamtlich passiert -Pfarrer von unnötigen Belastungen entlasten- z.B. der verpflichtenden Teilnahme an allen möglichen Gremiensitzungen, die erwartet wird, egal ob einer 50% oder 100% Pfarrstellenanteile hat und die durch die Strukturveränderungen mehr und nicht weniger geworden sind.
  2. Andreas Steffens, Mitarbeiter im Kirchenbezirk Pirna schrieb am 07.05.2025 um 14:53 Uhr:
    Herzlichen Dank der Arbeitsgruppe für die umfassende Studie. Mir fehlt die Sicht auf die Einnahmen Seite. Was können wir da tun, verändern und wie erreichen wir wieder die Menschen mit der tollsten Botschaft dieser Erde. Ja es ist richtig mit Sicht auf die Haushaltsverantwortung die Ausgaben im Blick zu haben und Einsparpotential aus zu loten. Aber wir müssen mit der selben Energie auch die Einnahmen verbessern oder? Es kann doch nicht nur um abspecken und Kürzung gehen.
  3. Dr. H.-Thomas Schmidt schrieb am 07.05.2025 um 23:49 Uhr:
    Die Kirche sollte nicht immer zuerst an die Gemeindepfarrstellen denken, wenn sie nach Einsparungen sucht. Eine schrumpfende regionale Kirche braucht Mission, neue Konzepte dafür und Sichtbarkeit. Das geht nicht mit einem Pfarrer für 20 Teilgemeinden, der sich auch noch um den Erhalt von - in unserer Gemeinde 11- Kirchen kümmern muss. Deshalb meine Fragen: - Braucht die Kirche alle Vorschriften und Regelwerke? - Braucht sie die bestehenden Landes- und Regionalhierarchien? - Ließen sich die Aufgaben z.B. der Kantorenstellen nicht zum Teil durch Fremdvergabe wahrnehmen? Muss jede Gemeinde ihren Kinderchor, ihre Kurrende usw. haben oder ließe sich da manches zusammenlegen? - Gibt es qualifizierte Untersuchungen darüber, warum die Landeskirchen schrumpfen und die Freikirchen wachsen? - Wie erklärt sich der Akzeptanzunterschied von Großveranstaltungen wie dem Kirchentag und dem Sonntagsgottesdienst der Gemeinden? - Braucht die Kirche alle Gebäude, Grundstücke, Orgeln usw., die sie hat und auch warten und erhalten muss? Wo ist der Schnittpunkt zwischen der Lokalbindung an die" Kirche im Dorf" und ihrer Nutzung?
  4. Sebastian Schöne - Leiter der Evangelische Musizierschule Dresden schrieb am 20.05.2025 um 10:26 Uhr:
    Unsere Landeskirche steht vor gewaltigen Herausforderungen. Zu aller erst sollten wir uns vergewissern, für wen wir kirchliches Leben gestalten möchten. Der Zwischenbericht beschäftigt sich intensiv mit der Herleitung des Gemeindebegriffs und wie wir in Zukunft damit umgehen können. Dieser sollte vor allem einfach und verständlich für alle formuliert sein. Und die Frage bleibt: Für wen möchten wir Kirche in Zukunft gestalten? Wen wollen wir erreichen? Es wird viel von "Der frohen Botschaft" gesprochen. Für mich ist das, wenn wir uns begegnen können und dafür Räume haben. Einen Ort zum Musizieren, Diskutieren, Erleben, Begegnen, Feiern und Ruhe finden. Einen Platz, um mit Menschen, die wir nicht kennen aber neben denen wir wohnen, in Kontakt zu kommen. Das ist für mich die gelebte frohe Botschaft. Orte dafür haben wir reichlich. Nur kommen die Menschen, die wir erreichen möchten nicht von selbst zu uns. Wir sollten wieder mehr einladen und auf die Menschen, die wir nicht kennen, mit Angeboten zugehen. Im Moment beschäftigen wir uns zu sehr mit uns selbst. Die Diskussion um das Geld verdeckt uns den Blick auf das Wesentliche. Die finanziellen Ressourcen sind nun mal endlich. Neben den oben genannten Vorschlägen Grundstücke, Gebäude und Kirchen zu verkaufen werden wir mit weniger Geld auskommen müssen. Mit den strukturellen Veränderungen durch große Gemeinden und Regionen müssen auch tiefgreifende personelle Veränderungen besprochen werden. Können die vor uns liegenden Herausforderungen mit dem sogenannten Dreigespann aus Pfarrern, Kirchenmusikern und Gemeindepädagogen sowie dem ergänzenden Ehrenamt allein bewältigt werden? Vielleicht bietet die Öffnung zu anderen Berufsgruppen eine Möglichkeit die Probleme und Chancen von mehreren Winkeln zu betrachten. Auch die Vergütung sollte dabei eine wichtige Rolle spielen. Für gleiche Qualifizierung eine gleiche Bezahlung. Sie bildet die Wertschätzung und Grundlage für motiviertes Arbeiten in einer Gemeinde vor Ort, in einem Amt, in einer Region oder auch ortsunabhängig. Fassen wir uns alle mal ans Herz. Eigentliche wissen wir das schon sehr lange.
  5. Diana von Eynern, Prädikantin der Laurentiuskirchgemeinde DD-Neustadt schrieb am 20.05.2025 um 13:00 Uhr:
    Das Arbeitspapier für die gemeinsame Sitzung der Bezirkssynoden Dresden Mitte Dresden Nord am 29. Januar 2016 "Visionen für 2025", erstellt von der Arbeitsgruppe hat die kirchlich-diakonischen Entwicklungen vor 9 Jahren differenziert analysiert, Visionen erstellt und Wege gezeigt. Möglicherweise kann das Papier aus der heutigen Perspektive hilfreich sein bei der weiteren Arbeit. Zur Arbeitsgruppe gehörten im Jahr 2016: Behr, Christian (Superintendent Dresden Mitte) Eymann, Constanze (Pfarrerin DD Löbtau) Hermann, Michael (Bezirkskatechet DD Nord) Herrmann, René (Bezirkskatechet DD Mitte) Körlin, Mira (Öffentlichkeitsarbeit) Möller, Eckehard (Pfarrer DD Neustadt) Nollau, Albrecht (Superintendent Dresden Nord) Popp, Tilmann (Studentenpfarrer) Treutmann, Holger (Pfarrer Frauenkirche) Wachsmut Harald, (Diakonie Dresden) Weigert, Sandro (Kirchenmusikdirektor) Zimmermann, Georg (Stadtjugendpfarrer).
  6. Andreas Schlotterbeck schrieb am 17.06.2025 um 14:06 Uhr:
    Pfarrer Andreas Schlotterbeck Alte Reichenbacher Straße 3 08606 Oelsnitz 037421/189511 andreas.schlotterbeck@evlks.de Oelsnitz, 17. Juni 2025 Anmerkungen zu den Zwischenergebnissen der Arbeitsgruppe Kirche im Wandel Wir haben uns im Emeritikonvent der Vogtland Ephorie über den Zwischenbericht der Arbeitsgruppe Kirche im Wandel bei unserem heutigen Treffen unterhalten. So kommt dieses Anschreiben zustande. Zunächst einmal vielen Dank für alle vorangegangene Arbeit und Mühe, die in diesen Zwischenbericht eingeflossen sind. Als Pfarrer, die seit spätestens nach der Wende Gemeinden leiteten, haben wir viele Strukturanpassungen und Veränderungen erlebt, erlitten und gestalten müssen. Von daher fließen manche Erfahrungen in dieses Schreiben mit ein. Wir haben uns nicht in erster Linie darüber Gedanken gemacht, wie der ganze Prozess strukturell gestemmt werden kann und muss. Wir möchten gerne sechs Erwägungen zu allen Ergebnissen dazustellen. 1. Gebet Der vor uns liegende Transformationsprozess berührt das Innerste unsrer Kirche. Da ist das Gebet unverzichtbar. Wir ermutigen die Arbeitsgruppe, dass über alle verfügbaren Möglichkeiten alle in unsrer Landeskirche vorhandenen Gebetsgruppen in diesen Prozess mit einbezogen werden. Unter Umständen sind dabei einige „Leitfragen“ für diese Gebetsgruppen hilfreich. Z.B. kommt das Gebet immer wieder auf besondere Schwerpunkte zurück? Was bewegt euch in diesem Prozess in intensiver Weise? 2. Mehr werden wollen Diese drei Worte von Landesbischof Jochen Bohl (nach meiner Erinnerung!) müssen uns bewegen. Es geht um Evangelisation und Glaubensvertiefung in vielen unterschiedlichen Formen und Formaten. Natürlich wird eine Evangelisation nie ausreichen, auch ein Glaubenskurs nicht. Doch beides sollten „Standardeinrichtungen“ in jeder Kirchgemeinde sein. 3. Wenn unser Herr und Meister Jesus Christus spricht: Tut Buße…, hat er gewollt, dass das ganze Leben der Gläubigen Buße sein soll. These 1 von Martin Luther Umkehr ist ein schmerzhafter Prozess. Zu erkennen wo wir als Kirche u.U. über unsere Verhältnisse gelebt haben, macht betroffen. Doch es geht um eine neue Ausrichtung von Kirche. 4. Entlastung von „Altlasten“ Wir haben als Kirche sehr viele Immobilien, in Zeiten des Kleiner Werdens, wahrscheinlich zu viele. Es muss eine Ermutigung zur Veräußerung ausgesprochen werden. Da wissen die Gemeinden vor Ort oft besser Bescheid als die Landeskirche. Auch Kirchen müssen unter Umständen veräußert oder umgenutzt werden. Sehr viele Kirchen sind stadtbildprägend. Sollen sie erhalten bleiben, muss die Stadtgemeinde sich daran beteiligen. 5. Verschlankung und Vereinfachung unseres gelebten Glaubens. Als Theologen sind wir hoch reflektierende Menschen. Das spiegelt sich oft auch in unserem persönlichen Glauben wider. Hier müssen wir auf eine gesunde und lebensnahe Frömmigkeit zurückkehren. 6. Blicke über den Zaun Das ist zwar demütigend, wenn wir über den Zaun blicken, doch unter Umständen hilfreich. Wie gestalten die anderen Kirchen und Freikirchen und freien Gemeinden diese transformatorischen Prozesse. Was gelingt ihnen besser als uns? In geschwisterlicher Verbundenheit Andreas Schlotterbeck, Pfarrer i.R.
  7. Diakon Christoph Günz schrieb am 18.06.2025 um 11:22 Uhr:
    Letzten Sonntag hatte ich einen Gottesdienst zum Trinitatisfest zu halten. Die drei Aggregatzustände der Elemente sind ein hervorragenden Beistpiel, wie ein und diesselbe Sache drei ganz verschiedene Seiten haben kann. Wenn man den Geist Gottes nun mit Dampf "vergleicht", der sich ausbreiten will. KAnn er dies nur tun, wenn man IHN läßt. Siehe die Funktionsweise einer Dampfmaschine. Eine Wand ist beweglich, sonst gibt es immer mehr Druck auf dem Kessel bis das schwächste Bauteil nachgibt. Sind unsere Gesetze und Regularien in irgendeiner Form beweglich? oder ist sovieles starr und in Stein gemeißelt. Wie soll der Geist Gottes wirken, wenn wir uns nur starr an irgendwelche Gesetze und Vorschriften halten? Wieso gibt es in Freikirchen oftmals mehrere Gottesdienste hintereinander und bei uns ist gähnende Lehre? Sicher haben diese auch Probleme, aber sie haben kein so starres Regelwerk. Beispiel: "Kirche für dich" an der Ausfahrt HArtenstein A72 Sie haben sogar den Mut gehabt neu zu bauen. Warum kann man solchen Gemeinden nicht ein Gotteshaus in irgendeiner Form überlassen? Ich habe nicht bei Pfr. Schlotterbeck abgeschrieben - ichhabe es eben erst gelesen, was er geschrieben hat. Meine Gedanken gehen aber ganz ähnliche Wege.
  8. Matthias Walther,Dresden, KV Mitglied KG Blasewitz schrieb am 14.07.2025 um 13:49 Uhr:
    Kirche im Wandel,wohin? Was soll sich ändern,was anders werden? Der Bericht spricht von weniger Geld,weniger Kirchenmitglieder und weniger hauptamtliche Mitarbeiter. Da ist die Gemeinde mit ihren Sorgen und Problemen in finanzieller, baulicher und personeller Sicht.Und da ist das LKA ,das RKA mit ihren Forderungen und immer neuen Nachbesserungen für die Gemeinden. Sitzen nicht dort die Fachleute,die nicht immer in den KV's zu finden sind? Es müssen Mitarbeiter her, die die Pfarramtsleiter unterstützen,bei der Leitung der Gemeinde.Und kann es vom LKA nicht geleistet werden,dann müssen andere Fachleute gesucht werden. Nun noch zu einen anderen Problem,was mir auf der Seele liegt. Oft wird gesagt,wir müssen über den Tellerrand schauen.Zum Beispiel zu den Freikirchen. Ich selbst komme aus der Gemeinschaftsbewegung. Dort ist und war es immer gängige Praxis,das nach einer einjährigen Ausbau auf einer Bibelschule,Laien predigen können.Ich selbst habe diesen Prozess durchlaufen,und viele Jahre praktiziert.Und ich könnte mir das auch für meine Landeskirche vorstellen.Laien,die die Voraussetzungen mitbringen, im Gottesdienst predigen zu können.Ich rede nicht von einer Ausbildung zum. Prädikanten oder Lektor.Ich wollte es nicht als Lektor,eine Lesepredigt zu halten,wenn ich selbst gelernt habe,eine Predigt auszuarbeiten. Das alles wäre für mich Wandel und Aufbruch,Veränderung und auch einer Möglichkeit,weiterhin den Menschen Gottes Wort zu bringen.
  9. Sigrid Hecker, 09573 Augustusburg, KV-Mitglied in Kg. Erdmannsdorf schrieb am 16.07.2025 um 16:36 Uhr:
    Kirche im Wandel 1. Pfarrermangel: Ich denke, es muss dringend darüber nachgedacht werden, dass Theologische Hochschulabschlüsse verschiedener Theologischer Hochschulen auch von der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens vollständig anerkannt werden und Absolventen mit einem solchen Abschluss auch in der sächs. Landeskirche in den Pfarrdienst gehen dürfen. Das würde unsere Personalnot möglicherweise lindern, Vielfalt und Wandel bringen. 2. Außerdem sollten wir als Kirche mal über den Gartenzaun schauen und von den Freien Evangelischen Gemeinden lernen. Sie haben Gemeindewachstum. Junge Familien und auch die mittlere Generation sind dort im Gottesdienst zu finden. Oft sind sie außerdem in Hauskreisen miteinander vernetzt. Ja, sicher ist auch in den Freien Gemeinden nicht alles perfekt. 3. Arbeit mit Kindern und jungen Familien: Ich beobachte, dass Stellenumfänge für Gemeindepädagogik stark reduziert worden sind. Ich weiß, dass die Finanzen in der Landeskirche knapp sind. Trotzdem: Wenn nicht investiert wird, keine freien Anstellungsprozente für eine freie Arbeit/ freie Angebote zur Verfügung gestellt werden, gibt es auch keinen "reichen Fischfang". Ich bin mir bewusst, dass der Lösungsweg für das Problem nicht einfach ist. 4. Berechtigung zur Leitung der Feier des Heiligen Abendmahls erweitern: Ist es nicht an der Zeit, dass verantwortliche ehrenamtliche Mitarbeiter einer Kirchgemeinde das Heilige Abendmahl mit der Gemeinde feiern dürfen, die Leitung übernehmen dürfen, weil Pfarrer oder Prädikanten immer seltener zur Verfügung stehen? Das soll nicht auf "billige Weise" geschehen oder aus Anmaßung, sondern durch eine offizielle Beauftragung nach einer Zurüstung / einem Seminar, das derjenige abgeschlossen hat. Ich weiß, dass ich hier kritische Punkte anspreche. Aber zum Wandel gehören manchmal auch Veränderungen, die schmerzlich sind und Überwindung kosten. Ich bete für alle Verantwortlichen, die den Prozess "Kirche im Wandel" führen müssen, um Weisheit, Mut und Segen.
  10. Cheristoph Scheidig, Mitglied aus Dresden schrieb am 26.07.2025 um 22:00 Uhr:
    Dass die Kirche schrumpft, lässt sich sicherlich nicht ganz vermeiden, da es nun mal immer mehr Menschen gibt, die mit dem christlichen Glauben nichts oder nur sehr wenig anfangen können. Allerdings hat es die Kirche in der Hand, wie schnell dieser Prozess voranschreitet. Schließlich treten Leute nicht nur aus religiösen, sondern auch aus anderen Gründen aus der Kirche aus. Ein Beispiel, was es an die Öffentlichkeit geschafft hat, war vor neun Jahren der Thüringer Wulf Bennert, dessen Motivation unter folgendem Link beschrieben ist https://kath.net/news/57778 . Relevante Teile der Kirche verhalten sich wie ein Anhängsel linker Parteien, in Predigten oder öffentlichkeitswirksamen Aufrufen geht es um Politik, einzelne Parteien, Rechtsextremismus, Islamfeindlichkeit (und das in Zeiten zunehmender islamistischer Anschläge) und andere Themen, die das Ziel haben, die Mitglieder mehr politisch als religiös zu prägen. Logisch, dass manche Eltern ihre Kinder nicht mehr in die für sie vorgesehenen kirchlichen Veranstaltungen schicken, wenn sie von den zuständigen Gemeindepädagogen und Pfarrern politisch instrumentalisiert werden. Der Kirchenaustritt von Mitgliedern, die sich nicht politisch "erziehen" lassen wollen, kann natürlich eine Folge des Ganzen sein. Deren Kirchensteuer fehlt dann und leistet folglich einen Beitrag zur Verschärfung der Situation.
  11. Jens Atmanspacher schrieb am 29.07.2025 um 11:41 Uhr:
    Kirche im Wandel: Friedhofswesen Die über 1200 Friedhöfe in kirchlicher Trägerschaft repräsentieren „Kirche“ in unserer Gesellschaft. Die Kirchgemeinde vor Ort wird mit dieser wichtigen öffentlichen Aufgabe für die Bürger ganz praktisch erlebbar. Vier von fünf Bürgern kommen nur noch über den Friedhof mit „Kirche“ in Kontakt. Von daher sind Friedhöfe nicht nur Aufgabe und Belastung, sondern vielmehr eine große Chance für „Kirche“, für die Kirchgemeinden in unserem Land. Ziel muss es darum sein, für unsere historisch gewachsene Friedhofs- und Bestattungskultur einzutreten und sie zu bewahren - nicht umsonst wurde diese vor über fünf Jahren in die UNESCO- Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Dies betrifft insbesondere die Förderung der traditionellen Grabformen und die Gestaltung der Friedhöfe als helle, freundliche, gut gepflegte und damit attraktive Parkanlagen, an denen schon über die Gestaltung etwas von unserer Auferstehungshoffnung sichtbar wird. Zugleich muss auf die sich ändernden Bedürfnisse in der Gesellschaft eingegangen werden- von Bedeutung ist hier insbesondere das Angebot einer einfachen Pflegeabsicherung für die traditionellen Grabformen, da diese den Bedürfnissen der Angehörigen im Rahmen der Trauerbewältigung am besten Rechnung tragen. Neben dem allgemeinen gestalterischen Erscheinungsbild spielen auch die Beratung bei der Grabvergabe und der Umgang mit Trauernden und Friedhofsbesuchern eine wichtige Rolle, wozu gut geschultes Fachpersonal unerlässlich ist. Insbesondere vor dem Hintergrund sich zunehmend etablierender alternativer Bestattungsformen (beispielhaft seien hier die Bestattungswälder genannt) ist es wichtig, den Blick für den Wert und das Alleinstellungsmerkmal unserer Bestandsfriedhöfe zu schärfen. Der Weg ist dabei nicht das Kopieren oder Nachahmen der oftmals dem Zeitgeist unterworfenen, kurzlebigen und von monetären Privatinteressen getriebenen „neuen Angebote“, sondern die eigene Wahrnehmung, Förderung und Kommunikation des Wertes unserer über Jahrhunderte gewachsenen Friedhofs- und Bestattungskultur. Unsere Friedhöfe sind dabei vielmehr als nur Bestattungsplatz- sie haben einen enormen Mehrwert als Orte der Begegnung und Erholung, sind Refugium für Flora und Fauna (Stichwort „Biodiversität“!), tragen als ökologisch wichtige Räume zu einem gesunden Stadtklima und zur CO2- Reduzierung bei (Stichwort „Klimawandel“!) und repräsentieren als Zeitzeugen und Kulturdenkmale jahrhundertealte sächsische Geschichte. Sie sind meist barrierefrei, immer verkehrssicher, wohnortnah gelegen und damit gut erreichbar insbesondere für ältere Bürger. Nirgendwo sonst ist aktive Trauerarbeit so gut möglich wie auf unseren Bestandsfriedhöfen- neuere Studien belegen die Bedeutung dieses Aspektes für die Volksgesundheit. Es gilt, das Bewusstsein für den Wert der Friedhöfe zu schärfen - angefangen über den Friedhofsträger bis hin zu den kirchlichen und staatlichen Entscheidungsträgern. Es gilt, neue Wege zur Erhaltung und Finanzierung dieses gesellschaftsrelevanten Mehrwertes der Friedhöfe zu finden - ihr Verlust wäre unersetzlich. Von daher sollte das Friedhofswesen unserer Landeskirche auf selbständige, professionelle Füße gestellt und von den sich ständig ändernden kirchgemeindlichen Strukturen entkoppelt werden, was zugleich Pfarrer und Ehrenamtliche vor Ort deutlich entlasten würde. Eine zentrale Rechtsträgerschaft mit entsprechend zentral organisierten Strukturen und regionalen Unterzentren für die Leitung und Verwaltung der Friedhöfe sind aus meiner Sicht dafür unabdingbar, wobei durchaus bereits vorhandene Strukturen incl. der schon lange etablierten Aus- und Weiterbildungsangebote für die Mitarbeitenden im Friedhofsbereich wie auch der vielfältigen fachlichen Unterstützung bis hin zur Vorort- Beratung dafür genutzt werden könnten. Nicht vergessen werden darf, dass sich das Friedhofswesen als wirtschaftlich selbständige Einheit auch selbst finanziert - einschließlich Unterhaltung und Bewirtschaftung der betreffenden Grundstücke und Einrichtungen, was für die kirchlichen Eigentümer vor Ort nicht unbedingt nachteilig ist. Jens Atmanspacher, Landeskirchlicher Friedhofspfleger
  12. Julia Brettschneider schrieb am 05.08.2025 um 22:05 Uhr:
    "Kirche im Wandel" - wie gut, daß es diesen Thinktank gibt! Mein Name ist Julia Brettschneider. Ich arbeite als "Mitarbeiterin in der Verwaltung" in der neu zusammengelegten Laurentius-Kirchgemeinde in Dresden-Neustadt. Ich bin da für die "Gebäude" verantwortlich ... Mich treibt um, daß viel zu viel "kirchliches Verwaltungsgedöns" betrieben wird. Nahezu nichts scheint mir in meinem Arbeitsalltag einfach zu lösen sein. Ich frage mich dann immer: Warum? Ich möchte eine christliche (Glaubens-) Tradition ... ... und ich möchte diese Werte des Glaubens an Gott nicht nur gepredigt bekommen. Warum fragen wir nicht einfach mal die Menschen, was ihnen wichtig ist?! Mir fehlten oft die Worte. Zum Glück habe ich immer gute Bücher im Kopf: "Unterwerfung" von Michel Houellebecq fällt mir da z.B. gerade ein. Was denkt ihr darüber? Jedes Kirchgebäude z.B. gehört für mich zum Stadtbild.
  13. Gert Flessing schrieb am 06.08.2025 um 21:02 Uhr:
    Mein Name ist Gert Flessing. Ich bin Pfarrer im Ruhestand und habe "Kirche im Wandel" eigentlich von meinen ersten Schritten im Pfarramt, 1977, bis heute erlebt. Damals war es der Druck des DDR Systems, der auf der Kirche lastete, die aber immer noch, in den traditionellen Bahnen, "funktionierte". Aber auch damals gab es Vakanzen und die Frage, wohin Kirche sich bewegt. Stichwort war u.a. "das wandernde Gottesvolk". Was mit damals auffiel, war bereits eine teilweise Hinwendung zu politischen Themen. Manchmal mit einer Hoffnung verbunden, marxistisches Gedankengut integrieren zu können. In der breiten kirchlichen Öffentlichkeit wurde das nicht wirklich goutiert. Die Freiheit von politischem Druck nach der Wende brachte keine Renaissance der Kirche, im Gegenteil. Die Aufforderung des "Konz", doch die Kirchensteuer durch Austritt zu vermeiden machte größeren Schaden, als es die SED je konnte. Dabei waren die Möglichkeiten für uns gut. Im Freistaat Sachsen wurde die Kirche auch durch das Gesetz über Religionsunterricht, gestärkt. (Das war jedenfalls so gedacht. Freilich hatten viele Pfarrer Angst vor der Schule.) Leider habe ich festgestellt, dass unsere Landeskirche die Möglichkeiten nicht wirklich offensiv genutzt hat. Dazu kam das Problem, das wir, als Kirche augenscheinlich unsere Mitte verloren hatten. Der Versuch, sich der Welt weltlich zu erklären ist gescheitert. Die erste Strukturreform in den neunziger Jahren, war eine Folge davon. Der Schrumpfungsprozess ging weiter. Es folgte das Herumtasten im interreligiösen Dialog. Wäre nicht offensives Bekennen des Wortes vom Kreuz wichtiger gewesen? Teile der Kirche haben sich links positioniert. War das wirklich zielführend, um Gemeinde zu bauen und möglichst breit auszustellen? Es kam die zweite Strukturreform. Ich ging in den Ruhestand. Wir haben es nicht verstanden, dass der Kern der Kirche keine Hoffnung ist, die in dieser Welt ihre letzte Heimat hat. Daher ist das Wort vom Kreuz und der Auferstehung eher ein dünnes Rinnsal. Wir haben missionarische Gemeinden. Welche Art "Mission" wird es geben? Wenn wir das Zentrum, nämlich tiefes Vertrauen in Gott und tiefe Demut angesichts seines Heilshandelns (Kreuz und Auferstehung) nicht wiederfinden, sieht es um unsere Zukunft schlecht aus.
  14. Alina Höfgen, Ehrenamtliche & Theologiestudentin, Leipzig/Königshain-Wiederau schrieb am 07.08.2025 um 11:40 Uhr:
    Sehr geehrte AG Kirche im Wandel, Sie haben sich Gedanken um die Zukunft unserer Landeskirche gemacht. Ich finde, Sie sind dabei jedoch einen großen Punkt übergangen: Kinder und Jugendliche. Sie sind die Zukunft, auch unserer Landeskirche. Die Strukturvereinfachung klingt in meinen Ohren sinnvoll. Dennoch muss ich zu bedenken geben, dass die Jugendarbeit zu größten Teilen ephoral aufgebaut ist. Wenn es die Kirchenbezirke, wie sie jetzt sind, nicht mehr gibt, wie wird dann die Jugendarbeit umstrukturiert? Ich kann zynisch aus der Perspektive der Jugendarbeit meines Heimatkirchenbezirks Leisnig-Oschatz - wir haben gerade lediglich die Verwaltungsstelle besetzt - fragen: Nach der Strukturreform gibt es dann ganz einfach keine ephorale Jugendarbeit bei uns mehr? Ich sehe mich nicht gezwungen zu verdeutlichen, warum Kinder- und besonders Jugendarbeit so wichtig für die Gesellschaft und auch für unsere Landeskirche ist. Ich denke, das liegt auf der Hand. Vielleicht, weil es auf der Hand liegt, wurde es bisher übergangen. Ich bin mir bewusst, vieles muss bedacht werden, man kann nie an alles denken - deswegen bittet man und bitten Sie um Rückmeldung. Bedenken Sie bei ihren Zukunftsüberlegungen die wirkliche Zukunft. Die Menschen, die jetzt schon unter uns leben, die schon in Kirchenbänken sitzen, die in der Jungschar im Pfarrhaus lachen, von Gott lernen und eine Beziehung mit Gott aufbauen, die Jugendlichen, die nach Halt suchen, nach Orientierung und auch an die, die noch geboren werden und die ich eines Tages hoffentlich in einer Gemeinde taufen und konfirmieren darf. Es ist gut mit den Menschen zu arbeiten, die schon da sind. Ich glaube es ist sehr gut, auch an die Menschen zu denken, die noch kommen, wie auch die, die ebenfalls schon da sind, nur nicht gehört werden. Strukturreform ja, aber bitte bedenken Sie die Folgen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Bedenken Sie die, die es am meisten betreffen wird, die Kirchenmitglieder der Zukunft. Gottes Segen dabei.
  15. Tillmann Reichardt, Gemeinde- und Jugendpfarrer im KBZ Pirna schrieb am 07.08.2025 um 12:04 Uhr:
    Ich sehe den Entwurf von "Kirche im Wandel" grundsätzlich als positiven Ansatz. Vor allem scheint mir der Balanceakt zwischen Stärkung der Ortsgemeinden auf der einen und Zusammenlegung von Strukturen auf der anderen Seite mit dem Entwurf weitgehend gelungen. Besonders als Jugendpfarrer im kleinsten Kirchenbezirk halte ich Strukturreformen auf der mittleren Ebene für dringend notwendig. Uns fehlen personelle und finanzielle Ressourcen, um noch gute Jugendarbeit möglich zu machen. Langjährige und erfolgreiche Projekte stehen auf der Kippe. Bereits jetzt suche ich an mehreren Stelen nach kirchenbezirksübergreifenden Kooperationen. Eine Zusammenlegung von Kirchenbezirken erscheint mir daher als sinnvolle und notwendige Maßnahme. Gleichzeitig sehe ich als Gemeindepfarrer, dass die Ortsgemeinden mit immer größeren Struktureinheiten am Limit sind. Vor Ort Gemeinde in ihrer Identität zu stärken und nicht weiter zu vergrößern - vielleicht sogar ihnen zu ermöglichen wieder kleiner zu werden - und das unter der Maßgabe, dass sie vom Verwaltungsdruck und Rechtsverantwortung entlastetet werden, indem die nächst größere Struktureinheit damit betraut wird, halte ich für klug. Gleichzeitig sehe ich noch Schwierigkeiten mit der aktuellen Benennung der Gebilde. Dass nur noch die übergemeindliche Struktureinheit "Kirchgemeinde" genannt werden soll, wird in meinen Augen zu Unmut führen. Kirche beginnt auch biblisch dort, wo zwei oder drei in Jesu Namen versammelt sind. Ortsgemeinde sollte deshalb auch weiterhin "Kirchgemeinde" sein. Vielleicht braucht die übergemeindliche Struktur einen anderen Namen - z.B. Gemeindeverbund? Auch begrüße ich an dem Entwurf sehr, dass andere Formen von Gemeinde gleichberechtigt neben den Kirchgemeinden stehen können. Was ich generell durch immer größer werdende Strukturen beobachte ist, dass Wege für manche Gemeindeglieder zu scheinbar unüberwindbaren Hindernissen werden (gerade bei uns im Bergland). Das sage ich sowohl als Jugend- als auch als Gemeindepfarrer. Ich sehe auch noch keine finale Lösung für dieses Problem, möchte aber für die IT der Landeskirche anregen, dass es helfen könnte, eine App für Fahrgemeinschaften zu entwickeln (ähnlich wie handelsübliche Apps á la BlaBlaCar). Außerdem möchte ich anregen in den weiterführenden Strukturüberlegungen auch stärker ökumenische Vernetzung einzubeziehen. In unserem Kirchenbezirk arbeiten wir bereits gut mit den anderen Konfessionen zusammen. Gerade im Bereich der Verwaltung auf mittlerer Ebene (z.B. Dekanat/Kirchenbezirk) könnte doch eine ökumenische Zusammenarbeit eine gute Lösung sein und Ressourcen sinnvoll bündeln.
  16. Anett Meile, KV KG Klingenberg-Kreischa/KB Freiberg und Ephoralsekretärin KB Pirna schrieb am 13.08.2025 um 14:40 Uhr:
    Seit 1990 bin ich in der Ev.-Luth. Kirche ehrenamtlich tätig, seit mehreren Jahrzehnten als Kirchvorsteherin und seit fast 25 Jahren arbeite ich hauptamtlich in der Verwaltung auf der sogenannten mittleren Ebene. Ich habe bereits viele Strukturveränderungen erlebt, die meistens ein Problem hatten, sie waren nicht wirklich zu Ende gedacht. Deswegen wünsche ich mir jetzt vor allem, dass zu Beginn des Prozesses "Kirche im Wandel" die Rollen geklärt werden. Sieht sich das LKA mit seinen Einrichtungen weiterhin als Behörde, die ansagt, was wie zu machen ist, dann braucht es (korrekt bezahltes) hauptamtliches Personal vor Ort. Sollen die Lasten zunehmend auf die Schultern von Ehrenamtlichen verteilt werden, dann muss sich das LKA mit seinen Einrichtungen (ähnlich den Hauptamtlichen) zu Dienstleistern, zu Ermöglichern wandeln. Dem müsste eine Anpassung eines Großteils der vorhandenen Gesetze vorausgehen. Dies würde den Menschen in der Kirche vor Ort Handlungsspielräume geben und das Frustpotential senken. Und es würde vielleicht auch manches Angestaubte angefasst und endlich in unsere Zeit geholt. Wer hierfür ein Beispiel braucht, darf sich gerne mal die Kollektenordnung unserer Landeskirche anschauen und an der heutigen Zeit messen. Die konkrete Umsetzung auf mittlerer Ebene und in den Kirchgemeinden wäre logischerweise dann erst der nächste - wenn auch dringend notwendige - Schritt, der mit Ehrenamtlichen und Vertretern aller Professionen diskutiert und gegangen werden sollte, nicht nur mit den Mitarbeitenden im Verkündigungsdienst.
  17. Diana von Eynern, Prädikantin schrieb am 16.08.2025 um 23:09 Uhr:
    Der erfolgreich durchgeführte strukturelle "Wandel in der Diakonie" 2023 in Sachsen ist im dienenden Geist Christi für andere geschehen - angesichts von knapper werdenden Geldern und einer sich weiter gefährlich spaltenden Gesellschaft. https://www.diakonie-sachsen.de/wp-content/uploads/2024/04/Diakonie_Jahresbericht_2023_Online.pdf Das macht mich zuversichtlich, daß der dienende Geist Christi für andere auch diesen kirchlichen Wandel unserer Landeskirche bestimmt, weil es nicht um uns geht, sondern um IHN!
  18. Friedhelm Fürst schrieb am 19.08.2025 um 14:35 Uhr:
    Als Kirchvorsteher (Kirchspiel in der Lößnitz), als Vorsitzender einer Bezirkssynode (Dresden-Nord) und als Vorsitzender des Geschäftsführenden Ausschüsse der Evangelischen. Erwachsenenbildung will ich einige Anregungen und Fragen in den Prozess eingeben. Ich begrüße es sehr, daß diese Diskussion angestoßen wurde und die Beteiligung in dieser Breite ermöglicht wird. In dem Papier wird sehr stark auf die örtliche Ebene und ihre Bedeutung abgehoben. Das ist wichtig, es muss jedoch sehr klar definiert werden, was eine Ortsgemeinde unter den geplanten Bedingungen wirklich leisten kann und was auf anderen Ebenen erledigt werden muss, um einerseits Hauptamtliche in ihren Funktionen zu entlasten und andererseits Ehrenamtliche nicht zu überfordern. Gerade im Verwaltungsbereich bedarf es hier einer Professionalisierung und einer Dienstleistungsfunktion für die Ortsgemeinden, aber auch für die Kirchgemeinden. Mit diesen Veränderungen und einer N Neuverteilung von Aufgaben für hauptamtliche und ehrenamtliche M Mitarbeiter kommt eine große Aufgabe dem gesamten Bildungsbereich der Landeskirche zu und hier müssen Grundlagen gelegt werden, das die Werke und Institutionen dieser Aufgabe auch nachkommen können. Dazu bedarf es eher einer Stärkung als Kürzungen. Bei den Überlegungen zur mittleren Ebne der Landeskirche halte ich den Vorschlag einer Reduzierung der Kirchenbezirke auf 3 für falsch. Dies wird weder den unterschiedlichen Bedingungen von Land - Stadt gerecht, noch berücksichtigt er die unterschiedlichen Kultur- und Sozialräume in Sachsen. Hier müsste aus meiner Sicht noch einmalgründlich über Kriterien nachgedacht werden, da uns " 3 Regierungspräsidien der Landeskirche" nicht weiterbringen.
  19. Brigitte Schleinitz schrieb am 19.08.2025 um 18:23 Uhr:
    Kirche im Wandel 1. Konzentration der gemeindlichen Rechtsstrukturen – Ortsgemeinde als Kirchgemeinde vor Ort und Kirchgemeinde als Körperschaft des öffentlichen Rechts - Wo Kirchgemeindeverbindungen (ganz gleich in welcher Strukturform) gut gelaufen sind, das Zusammenfinden auch als Bereicherung empfunden wird und Vernetzungen gelungen sind, ist die vorgeschlagene Weiterentwicklung sicher kein großes Problem. Was ist mit den Verbindungen, die nach wie vor große Probleme haben (zu weite Wege, keine Beachtung des Sozialraumes, schlechte Zusammenarbeit und schlechtes Klima)? Wie kann hier nachgebessert werden? Leider gibt es keine gründliche Auswertung/Evaluierung der bisherigen Strukturreform! - Welche Kompetenz haben Ortsgemeinden? Ehrenamtliche vor Ort müssen kompetent entscheiden und weiterentwickeln dürfen! Dazu sind auch finanzielle Mittel nötig. Welches Budget erhalten Ortsgemeinden? 2. Vielfalt von Gemeindeformen als Ergänzung zur Parochie War schwer vorstellbar, weil evangelische Schulen, Kindergärten oder auch diakonische Einrichtungen das kirchgemeindliche Leben vor Ort ja bereichern. Studentengemeinden in der Nähe von Hochschulen und Universitäten gab es schon immer. 3. Neubestimmung der mittleren Ebene Nur noch 3 Kirchenbezirke? Das war auch schlecht vorstellbar. Wie sollen da die Verschiedenheiten der Regionen beachtet werden? Das Erzgebirge tickt anders als das Voigtland, die städtischen Regionen anders als die ländlichen. Wie soll die Übersicht und Schwerpunktarbeit gewahrt werden? Trotz allem sind in der mittleren Ebene Einsparungen gut möglich. Die Anzahl der Kirchenbezirke, der Kassenstellen, der Bezirkssynoden, der Kirchenbezirksvorstände kann sehr gut reduziert werden. 3. Ehrenamt und Beruflichkeit: Gestaltung des Verkündigungsdienstes Stärkung des Ehrenamtes als Gesicht der Gemeinde – das ist nichts Neues. Eine lebendige Gemeinde ohne starkes Ehrenamt ist auch jetzt nicht vorstellbar. Auch jetzt sind die Hauptamtlichen „Ermöglicher“ und „Multiplikatoren“. Aber wie sollen sie Ehrenamtliche gewinnen, wenn sie keine Gottesdienste und Gemeindekreise mehr halten und den Menschen in der Seelsorge nicht mehr zur Seite stehen? Immer weniger Hauptamtliche und mehr Ehrenamtliche, die die Arbeit vor Ort erledigen, wird bei Beibehaltung des Systems nicht funktionieren. Es gab auch in der Friedenskirche in Altkötzschenbroda Beiträge, die in eine andere Richtung gingen: Wieviel Geld spart die Landeskirche, wenn sie aus dem Beamtentum aussteigt? Welche Rolle spielt Solidarität unter den Hauptamtlichen? Müssen die Gehälter der Gutverdienenden parallel zum Staat immer weiter angepasst werden? Vielleicht sind in Zukunft viel mehr Mitarbeitende mit 50% -Stellen zufrieden, weil der Ehepartner/in auch arbeitet und so mehr gemeinsame Lebensqualität erreicht werden kann. Da erlebe ich die Institution Kirche als extrem unflexibel und die Landessynode in der Mehrheit leider als sehr konservativ und ängstlich. Brigitte Schleinitz

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